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KI im Ingenieurbüro: Eine Dienstleistung mit Agenten skalieren – geht das?

Episode 321
06.06.2026

Was ist das Ziel?

Kurz zur Vorgeschichte: 2021 habe ich mein Ingenieurbüro an Björn verkauft. Mit dabei war mein Productized Service „Lastenheft in zwei Wochen“ – einerprobtes Vorgehen in fünf Phasen: Erfassen, Sortieren, Füllen, Prüfen, Freigeben. Seit gut einem Jahr begleite ich Björn als Mentor, und in unseren Calls kam immer wieder dieselbe Frage auf:

Was geht eigentlich mit KI – und was ist Bullshit?

Statt darüber zu philosophieren, haben wir ein Experiment gestartet: In vier Wochen wollten wir durchspielen, wie wir ein Lastenheft mit KI bauen. Als konkretes Projekt diente eine Wallbox – die Ladestation fürs Elektroauto, die viele schon zu Hause haben. Ein dankbares Beispiel, zu dem Björn aus einem früheren Konferenzvortrag bereits Material hatte.

Die wichtigste Erkenntnis!

Wir haben relativ schnell etwas gelernt, das alles andere bestimmt hat:

Du kannst nicht das gesamte „Sternekochrezept“ in eine KI stecken. Das ist Quatsch.

Den kompletten Workflow in einen einzigen Prompt zu kippen funktioniert nicht – die Kapazitätsgrenze ist schnell erreicht, und das Ergebnis wird unbrauchbar. Der richtige Weg ist das Gegenteil:

Mach dir bewusst, was dein meisterliches Handwerk ist. Zerlege es in seine einzelnen Schritte. Und bau dann für genau die Tätigkeiten, wo es Sinn ergibt, einen hoch spezialisierten Agenten – einen Agenten für eine kleine Aufgabe, mit einem richtig guten Master-Prompt für genau diese Aufgabe.

So ein Agent performt in seiner einen Aufgabe hervorragend – aber eben auch nur dort. (Was wir heute Agent nennen, hieß vor ein paar Jahren noch GPT. Im Kern ist es dasselbe.)

Genauso wichtig ist die andere Seite der Medaille: Nicht alles lässt sich durch KI ersetzen. Manche Schritte gehören bewusst in Menschenhand. Die Kunst liegt darin, sauber zu unterscheiden: Wo kann eine KI ran, wo reicht eine simple Automatisierung – und wo braucht es zwingend den Menschen?

Wie wir das Lastenheft Schritt für Schritt gebaut haben

Erfassen: vom Workshop-Foto zur ersten Struktur

Den Einstieg in jedes Projekt bildet der System-Footprint-Workshop. Hier visualisieren wir mit dem Kunden den Inhalt auf einer Art Canvas – Themenfelder mit gelben und orangenen Post-its. Diesen Schritt moderiert ein Mensch, daran ändert sich nichts.

Das Ergebnis war in unserem Fall schlicht ein abfotografiertes Workshop-Board. Dieses Foto haben wir dem ersten Agenten gegeben mit der Anweisung: Erkenne die Felder und die Post-its und mach daraus die ersten Kapitel des Dokuments.

Das war das erste Aha. Denn der Footprint bildet die Lastenheft-Struktur auf Kapitelebene ab – und jeder Post-it-Zettel wird zum Unterkapitel. Heraus kam die Version 0.1 des Lastenhefts: noch ohne Inhalte, aber mit einer sauberen Struktur, die man jetzt befüllen kann. Genau diese Übertragung habe ich früher mühsam per Hand gemacht.

Sortieren, Teil 1: „Dieter Dokumentenfresser“

Jetzt musste Inhalt in die Struktur. Der klassische Ablauf: Man holt sich die ganzen Dokumente, die der Kunde irgendwo liegen hat, liest sie durch und überträgt die relevanten Inhalte in die passenden Kapitel. Eine echte Sisyphus-Arbeit – wie geschaffen für einen Agenten.

Der erste Versuch ging schief: Wir wollten alle ~20 Dokumente auf einmal in einen Agenten kippen. Kapazitätsgrenze überschritten, zurück auf Start.

Die Lösung war ein Agent, der die Dokumente einzeln verarbeitet. Wir haben ihn Dieter Dokumentenfresser getauft – seine Aufgabe war, sich durch teils hunderte Seiten zu fressen. Sein Master-Prompt war bewusst straff:

  • Rolle: Experte für Requirements Engineering
  • Pro Durchlauf bekommt er ein Dokument, bestätigt die Aufgabe, dann legt er los
  • Klare Vorgaben, wie er bewertet und ausgibt
  • Keine Halluzinationen: Findet er etwas nicht, soll er das sagen – und sich die Information nicht irgendwo zusammensuchen
  • Als Kontext bekam er das Ergebnis des Footprint-Workshops mit

Und dann passierte etwas Spannendes. Bei einem Dokument von MAN kam Dieter zurück und meldete: Die haben hier fossil betriebene Systeme, gar kein Ladevorgang vorgesehen – seid ihr sicher, dass das zum Projekt gehört? Genau dieses Problem kenne ich aus dem Alltag: Kunden schieben einem palettenweise Dokumente rüber, und nach dem Motto „viel hilft viel“ landet dann auch eine Norm für einen Verbrennermotor im Stapel, die mit der Wallbox nichts zu tun hat. Früher musste ich jedes davon überfliegen. Dieter hat uns hier echt Zeit gespart.

Sortieren, Teil 2: bewusst manuell

Dieters Ergebnisse kamen als Prosa-Text im Chatverlauf zurück (Tabellen hatte er teils sinnvoll in Fließtext umformuliert). Das Einsortieren in die richtigen Abschnitte haben wir komplett von Hand gemacht – ganz bewusst.

Diesen Schritt machen wir auch klassisch so: durchlesen, bewerten, und nur das von links nach rechts rüberkopieren, was wirklich sinnvoll ist. So finden wir Lücken, erkennen Fragliches und stimmen im Zweifel mit dem Kunden ab, ob etwas ins Lastenheft gehört oder nicht. Dieter hat es so aufbereitet, dass wir entscheiden konnten – die Entscheidung blieb beim Menschen.

Füllen: „Richard Anwort“ macht echte Anforderungen daraus

Jetzt stand viel Inhalt in den Kapiteln – aber als Prosa, nicht als Anforderungstext. Dafür entstand der nächste Agent: Richard Antwort.

Sein Master-Prompt war deutlich umfangreicher, weil hier das eigentliche Handwerk steckt. Wir haben ihm mitgegeben:

  • die Rolle des Requirements Engineers
  • die Schablonen, nach denen Anforderungen geschrieben werden („Das System muss …, um … zu erreichen“)
  • die Verbindlichkeiten muss / soll / kann
  • ein konkretes Beispiel einer fertigen Anforderung
  • eine Arbeitsanweisung: erst dies, dann das, dann nochmal prüfen – also genau der Ablauf, den wir selbst im Kopf abspulen

Das ist der Punkt, der oft unterschätzt wird: Der Master-Prompt ist selbst eine Kunst für sich. Du musst dir überlegen, was du selber tun würdest, um ans Ziel zu kommen. In vielen Unternehmen steht genau das übrigens schon im Requirements Management Plan.

Wir haben dann pro Kapitel alle zugehörigen Post-its hineingegeben, und Richard hat saubere Anforderungen daraus erzeugt – inklusive der handwerklichen Regeln: jeden Satz vereinzeln, mit muss/soll/kann einstufen, Dopplungen und Widersprüche vermeiden. Das hat richtig gut funktioniert.

Prüfen: „Conny Consistent“ – und warum IDs alles verändern

Als Nächstes sollte ein Agent prüfen, ob die Anforderungen in sich konsistent sind. Klassisches Beispiel: An einer Stelle steht „weniger als 100 Kilo“, drei Kapitel weiter „weniger als 80 Kilo“. So etwas wollen wir sicher finden. Dieser Agent heißt Conny Consistent.

Bei der Entwicklung fiel ein blinder Fleck auf: Conny konnte zwar Widersprüche erkennen, aber nicht eindeutig benennen, welche Anforderung gemeint ist – es fehlten die IDs.

Hier lohnt ein kurzer Blick hinter die Kulissen: Jede vereinzelte Anforderung bekommt eine eindeutige Nummer. Diese ID zieht sich später durch die gesamte Arbeit – von der Systemanforderung über die Architektur bis zu Hardware, Software und Konstruktion. Sie ist die Grundlage für Traceability, also die Nachverfolgbarkeit jeder einzelnen Anforderung.

Sobald wir die IDs nachgezogen und das komplette bisherige Lastenheft geladen hatten, lieferte Conny saubere kleine Tabellen: Anforderung Nummer X und Y passen nicht zusammen, bitte nochmal prüfen. Damit stellte sie im Grunde die Arbeit von Richard auf den Prüfstand.

Wo wir den Mensch bewusst im Spiel lassen

Bei einigen Phasen ist die Antwort eindeutig: Das macht nur der Mensch.

  • Lücken füllen: Wenn beim Workshop etwas besprochen wurde, Dieter aber in keinem Dokument etwas dazu findet, gehen wir auf den Kunden zu. Einen Telefon-Agenten, der beim Projektleiter anruft und sagt „Klaus, hör mal, da fehlt was“ – den bauen wir nicht.
  • Prüfen und Freigeben sind hoch iterativ und interaktiv: Reviews, moderierte Workshops, Gespräche. Das bleibt Menschenarbeit.

Was sich an dieser Stelle trotzdem gut automatisieren lässt, sind die Kleinigkeiten. Mein Klassiker früher: vor der Auslieferung die Dokumentenversion auf dem Titelblatt zu erhöhen vergessen. Heute steht da ein kleiner Release-Agent, der vor jeder Übergabe an den Kunden die Checkliste durchgeht.

Der Blick nach vorne: mit dem Dokument reden

Wir sind noch nicht durch – und gerade das macht es spannend. Zwei Ideen für einen Agenten stehen schon auf dem Zettel:

Der Vorleser. Im Review lesen wir das Dokument live mit dem Kunden durch, Notar-Style: Solange keiner protestiert, geht es weiter. Das Anstrengende dabei: Man liest stundenlang vor und führt parallel Protokoll und achtet die ganze Zeit auf die Gruppe – das Grummeln, das Kopfkratzen, die nonverbalen Signale, die gerade bei introvertierten Nerds am Anfang stehen. Ein Agent mit eigener Stimme könnte das Vorlesen übernehmen, während wir auf der Stopptaste sitzen und den Raum lesen. (Dass das geht, weiß ich: Schon 2024 habe ich vier KIs zusammengeschnallt, mein Buch eingespeist – und dann konnte man mein Buch anrufen und mit ihm telefonieren, in meiner Stimme.)

Der Protokoll-Umsetzer. Im Review-Protokoll steht ja bereits, welche ID sich wie ändern soll – etwa ein „soll“, das zum „muss“ wird. Ein kleiner Agent zieht sich dieses Protokoll, sucht die betroffene Anforderung über die ID heraus und ändert genau diese eine Stelle.

Und dann ist da noch das Forschungsprojekt, das mich am meisten elektrisiert: Björn hat ausprobiert, die Anforderungen nicht nur in Markdown, sondern in SysML v2 (System Modeling Language) generieren zu lassen – die textuelle Beschreibung einer Systemarchitektur. Daraus lässt sich eine grafische Repräsentation erzeugen. Und über das MCP-Protokoll kann man das Modell sogar andocken und mit ihm sprechen: „Wofür wurdest du gebaut? Welche Anforderungen fehlen dir noch?“ Da steckt mehr Potenzial drin, als wir uns heute vorstellen können.

Tipps aus unserer Praxis

Wenn du selbst eine freiberufliche Dienstleistung mit KI skalieren willst, sind das die Punkte, die bei uns den Unterschied gemacht haben:

  1. Zerlege dein Handwerk, bevor du automatisierst. Erst klar machen, was die einzelnen Schritte und Phasen sind. Dann pro Schritt entscheiden: Mensch, Automatisierung oder Agent? Nur das macht spezialisierte Agenten überhaupt möglich.
  2. Ein Agent, eine Aufgabe, ein guter Master-Prompt. Gib dem Agenten dein meisterliches Handwerk mit – Rollen, Regeln, Schablonen, ein Beispiel und eine klare Arbeitsanweisung. Und sag ihm ausdrücklich, was er nicht tun soll (Stichwort Halluzinationen).
  3. Denk an Datensicherheit und Formate. Wir arbeiten bewusst in einer Umgebung mit Sitz in Europa, statt sensible Lastenhefte – in denen Technologie von übermorgen steckt – irgendwohin abfließen zu lassen.
  4. Wir schreiben in Markdown: reine Textdateien, die beim Anbieter keinen Vendor-Lock-in erzeugen, lokal auf dem Rechner bleiben und genau das Format sind, mit dem die KI ohnehin am liebsten arbeitet.
  5. Gib der KI kein PDF oder Excel. Das muss sie erst umständlich konvertieren – gib ihr mit Markdown im vornherein das Format, in dem sie sowieso zu Hause ist.

Das war ein Zwischenstand aus einem laufenden Experiment. Zwei weitere Agenten und das SysML-Thema heben wir uns für eine der nächsten Episoden auf. Wenn dich Lastenhefte und Systems Engineering interessieren, findest du Björn Schorre auf seiner Website und auf LinkedIn

Eine Blogparade mit Erfahungs über künstliche Intelligenz im Berufsalltag

Michael Schenkel hat eine Blogparade gestartet: Kein Algorithmus kuratiert die Beiträge, kein Redaktionsteam glättet die Kanten. Es schreiben nur Menschen, die von ihren eigenen Erfahrungen berichten. Ich finde, es ist einen Versuch wert.

Welches Thema verdient das gerade mehr als dieses: Künstliche Intelligenz und die Frage, was sie mit unserer Arbeit und mit uns macht? Künstliche Intelligenz und die Frage, was sie mit unserer Arbeit und mit uns macht.

Aus der Praxis, für die Praxis.

Deshalb ich gerne mit dieser Podcast Episode was bei und empfehle dir die Blogparade „KI und mein Job” mit vielen spannenden Beiträgen.

Erfolgreich skalieren mit einem Productized Service – Interview mit Dirk Leitsch

Episode 319
16.05.2026

Viele Freiberufler starten in die Selbstständigkeit, um am Ende mehr zu arbeiten als vorher. Dirk Leitsch hat das anders gemacht. Er wollte von Anfang an beides: 40 Tage Urlaub, ohne auf sein gewohntes Einkommen zu verzichten. Wie er das geschafft hat, zeigt seine Geschichte.

Vom Abteilungsleiter zum Freiberufler: mit einem klaren Ziel

Dirk Leitsch war Abteilungsleiter in einem Industrieunternehmen. Sandwich-Position: Druck von oben, Druck von unten, Druck von den Kunden. Er fing morgens um Viertel vor sieben an und verließ das Unternehmen manchmal kurz vor zehn Uhr abends.

Als er sich 2019 selbstständig machte, wusste er eines ganz genau: So läuft das nicht noch einmal.

Er setzte sich zwei klare Ziele:

  • Sein bisheriges Gehalt als Führungskraft erreichen oder übertreffen.
  • 40 Tage Urlaub im Jahr nehmen können.

Er druckte sich eine Grafik aus, trug ein, wie viel er netto braucht, was er für Steuern zurücklegen muss, was am Ende als reelles Brutto übrig bleibt. Sein Traumziel: 80.000 Euro Umsatz. Sein Wunschziel: 120.000 Euro. Die Grafik ging bis 140.000 Euro.

Im ersten Jahr schoss er darüber hinaus.

Das Stundenmodell hat einen Konstruktionsfehler

Dirk kannte das klassische Modell: Stunden verkaufen, Stunden abrechnen. Er wollte es trotzdem nicht. Der Grund ist einfach: Je schneller und besser du wirst, desto weniger verdienst du pro Stunde. Das Bestreben, effizienter zu werden, bestraft dich im Stundenmodell direkt.

Stattdessen stieß er auf das Konzept des Productized Service. Kein geschwurbeltes Angebot, sondern ein klares Ergebnis, ein fester Ablauf, ein wertbasierter Preis.

Seine Nische: CE-Kennzeichnung für B2B-Maschinen.

Jede Maschine, die im europäischen Markt verkauft oder in Betrieb gesetzt wird, braucht das CE-Zeichen. Das ist gesetzlich geregelt. Wer dagegen verstößt, haftet persönlich, wenn jemand zu Schaden kommt. Trotzdem wissen viele Produktionsunternehmen gar nicht, dass sie das brauchen. Die Maschine läuft. Im ersten Moment merkt keiner etwas. Bis etwas passiert.

Dirk und sein Team begleiten Hersteller durch diesen Prozess: Risikobeurteilung, Schutzeinrichtungen, prüffähige Unterlagen. Fünf Meetings, klare Struktur, am Ende unterschriftsfähige Dokumente. Wie ein Steuerberater für Maschinensicherheit.

Der Prozess entsteht nicht am Schreibtisch

Dirk hat seinen Prozess buchstäblich an die Wand geklebt. Hunderte Post-its, Schritt für Schritt, durch den ganzen Hausflur. Das Ziel: ein Ablauf, der auf jede Maschine passt. Erntemaschine, Reinigungsanlage, Shisha-Kohlen-Ofen, autonomer Roboter, alles mit demselben Kochrezept abarbeiten.

Das hat gedauert. Und irgendwann hat die Putzfrau die Post-its abgeräumt, weil sie jeden Tag 20 Stück neu kleben musste und nicht wusste, wo sie hingehören.

Der Moment, in dem Dirk anfing, das Ganze zu Papier zu bringen.

Heute schätzt er den Aufwand auf 1.500 bis 2.000 Stunden, die in diesen Prozess geflossen sind. Wer das selbst machen will, braucht dieselbe Investition. Die meisten Kunden stellen das nach kurzer Zeit fest und holen sich lieber Unterstützung.

Skalierung ohne Reisezirkus

Am Anfang fuhr Dirk zu jedem Kunden vor Ort. Er war überzeugt, dass es nicht anders geht. Er muss die Maschine sehen, drum herumlaufen, alles selbst einschätzen.

Dann kam ein Projekt in einem Kernkraftwerk. Kein Zutritt, keine Ausnahme. Nur Bilder, Videos und Online-Meetings. Dirk wollte ablehnen. Der Kunde glaubte, es geht trotzdem.

Es hat funktioniert. Besser als vorher.

Ohne Reisezirkus kann Dirks Team heute morgens ein Projekt in Hamburg begleiten, mittags eines in München und nachmittags eines am Bodensee. Kein Anreise-Stress, keine Übernachtungskosten, kein Zeitverlust auf der Autobahn. Und wenn irgendwo eine zusätzliche Schleife nötig ist, macht man einfach einen weiteren Termin, ohne dass das Projekt wirtschaftlich kippt.

Das Remote-Modell hat auch die Qualität verbessert. Klare Checklisten, strukturierte Meetings, kein Chaos auf der Produktionsfläche, wo es laut ist, toxische Stoffe in der Luft sind und der Kunde irgendwann sagt: „Ich gehe mal Kaffee trinken, Sie wissen ja, was zu tun ist.“

Mit Sterneköche skalieren: das Kochrezept macht es möglich

Mit wachsender Nachfrage und einem kleinen Sohn, der zwei Monate zu früh auf die Welt kam, war klar: Dirk allein kommt nicht mehr hinterher.

Er stellte Mitarbeiter ein. Aber nicht irgendwen. Er nahm sich die Zeit, Videos aufzunehmen, Beispielprojekte zu dokumentieren, jeden Schritt haarklein zu erklären. Weil es bei CE-Kennzeichnung im schlimmsten Fall um Menschenleben geht, war das keine Option für Abkürzungen.

Heute arbeiten drei Ingenieure und eine Bürokraft mit ihm. Der Prozess ist so dokumentiert, dass ein Kollege ein Projekt nahtlos übernehmen kann, wenn jemand ausfällt. Wer bis zur Hälfte gearbeitet hat, hinterlässt einen Stand, den der nächste direkt weiterführen kann.

Das ist der Vorteil eines echten Productized Service: Er gehört nicht mehr nur dem Kopf einer Person.

Was Dirk rückblickend empfiehlt

Dirk hat drei klare Punkte, wenn er auf seine Reise zurückschaut:

Erstens: Hilfe holen. Wer weiß, wie es geht, spart dir Zeit. Geld ist für Dirk eine gespeicherte Zeitressource. Er tauscht es gegen Wissen ein, das er selbst erst mühsam erarbeiten müsste. Ohne den ersten Impuls, sich Unterstützung beim Aufbau eines Productized Service zu holen, wäre er heute vielleicht noch im Stundenmodell unterwegs, oder hätte sich schlicht totgearbeitet.

Zweitens: Ziele setzen, aber flexibel bleiben. 40 Tage Urlaub, Freitag frei, 4-Tage-Woche. Die Ziele haben sich mit dem Leben verändert. Heute hat er wieder eine 5-Tage-Woche, weil die Familie Vorrang hat. Das ist kein Scheitern, das ist Entwicklung. Entscheidend ist, dass man weiß, wohin man will, und bereit ist, das regelmäßig zu hinterfragen.

Drittens: Entscheidungen temporär treffen. Dirk hat jahrelang gezögert, ob er Mitarbeiter einstellen soll. Bis ihm jemand aus der Mastermind sagte: „Du musst das nicht für immer entscheiden. Entscheide für ein Jahr.“ Das hat den Knoten gelöst. Er hat die Entscheidung jedes Jahr neu geprüft, bis der Zeitpunkt stimmte.

Fazit

Dirk Leitsch hat nicht zufällig ein Business aufgebaut, das ihm Freiheit lässt. Er hat es von Anfang an so geplant. Klare Ziele, klarer Prozess, klares Angebot. Kein Stundenmodell, das Effizienz bestraft. Kein Reisezirkus, der Skalierung verhindert. Kein Team, das ohne Dokumentation nicht funktioniert.

Das Ergebnis: ein kleines, feines Ingenieurbüro, das mehr Umsatz macht als je zuvor, ohne dass alles an einer Person hängt.

Du willst wissen, wie du deine Dienstleistung in ein Produkt verwandelst?

Mehr dazu in meinem Buch „Productized Service“

Wie ein Handwerksbetrieb und ein Ingenieurbüro plötzlich in der Nische skalieren – Productized Service Case Study mit Florian Weis und Alexander Eysert

Episode 317
21.03.2026

In dieser Episode sprechen wir mit Florian Weiß, Geschäftsführer von Infrafakt, einem Ingenieurbüro, das sich auf die Entwässerungsplanung von Gebäuden spezialisiert hat, sowie Alexander Eisert, Geschäftsführer der Rohr Group, einem Handwerksbetrieb, der sich der Rohr-Innensanierung von Gebäuden widmet. Beide Unternehmer standen vor der Herausforderung, ihre Dienstleistung in ein skalierbares Produkt zu transformieren, um den steigenden Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.

Wir erkunden die Innovationskraft, die aus der strategischen Zusammenarbeit zwischen dem Ingenieurbüro und dem Handwerksbetrieb erwachsen ist. Anstatt Zeit gegen Geld zu tauschen, haben sie ihre Dienstleistungen so umstrukturiert, dass sie ein abgestimmtes Produkt anbieten können, welches sowohl die Planung als auch die Ausführung der Entwässerungssysteme umfasst. Das spezialisierte Vorgehen der beiden Firmen ermöglicht es ihnen, potenziellen Schäden wie Schimmelbildung und Feuchtigkeit effizient vorzubeugen und die Lebensdauer von Entwässerungssystemen nachhaltig zu verlängern.

Florian und Alexander teilen ihre Erfahrungen aus der Transformation ihrer Geschäftsmodelle und die damit verbundenen Aha-Momente. Florian betont die Wichtigkeit eines fixen Preisangebots im Gegensatz zu flexiblen Stundenlohnsystemen, was nicht nur für Klarheit beim Kunden sorgt, sondern auch die internen Abläufe vereinfacht. Alexander hebt hervor, wie die Reduktion auf Kernkompetenzen und die Fokussierung auf spezifische Dienstleistungen zur Effizienzsteigerung und Kostenreduktion führt.

Ein zentrales Anliegen beider Unternehmer ist die enge Verzahnung ihrer Arbeitsprozesse, die es ihnen ermöglicht, Projekte reibungslos und qualitativ hochwertig abzuwickeln. Sie präsentieren zudem ihr neues Franchise-System, das es ermöglicht, die Dienstleistungen deutschlandweit und bald auch international anzubieten. Diese Struktur erlaubt es ihnen, schneller zu wachsen und die Marke Rohr Group als führend im Bereich minimalinvasive Sanierungen zu etablieren.

Darüber hinaus wird das kürzlich erschienene Buch von Alexander vorgestellt, in dem er seine persönlichen und beruflichen Learnings kompakt zusammengefasst hat. Dieses Werk ist nicht nur für Unternehmer gedacht, sondern bietet auch wertvolle Einblicke in das Leben als Führungskraft und die Herausforderungen, die mit der Führung eines Unternehmens verbunden sind.

Wir schließen die Episode mit einem Blick in die Zukunft der beiden Unternehmen und ihrer Vision, die gesamte Wertschöpfungskette in ihrem Bereich abzudecken, um den Kunden die bestmögliche Lösung aus einer Hand anbieten zu können.

Florian Weis auf LinkedIn

Alexander Eysert auf LinkedIn

Das Buch „58 mal auf die harte Tour“ von Alex

Episoden-Cover mit Robert Richter

In 8 Wochen zur Freigabe vom Luftfahrtbundesamt – Productized Service Case Study mit Robert Richter

Episode 311
16.12.2025

In dieser Episode spreche ich mit Robert Richter, einem Experten im Bereich Luftrecht und der Luftfahrtindustrie. Mit Hintergrund als Ingenieur und ehemaligem Mitarbeiter einer Luftfahrtbehörde hat Robert tiefgehende Einblicke in die Herausforderungen, denen sich Unternehmen gegenübersehen, wenn es um die Einhaltung der Vorschriften des Luftfahrtbundesamtes geht. Im Gespräch thematisieren wir die Risiken, die entstehen, wenn Firmen glauben, den Anforderungen gerecht zu werden, nur um dann oft überrascht zu werden, wenn ihre Lizenz auf dem Spiel steht.

Robert schildert seinen Werdegang und die Entscheidung, von der Behörde in die Selbstständigkeit zu wechseln. Dabei motivierte ihn der Wunsch, kleinen Unternehmen zu helfen, die komplexen rechtlichen Vorgaben zu verstehen und umzusetzen. Er erklärt, wie er durch seine Erfahrung auf beiden Seiten der Thematik nun in der Lage ist, Unternehmen gezielt zu unterstützen, damit sie erfolgreich durch Audits kommen und ihre Genehmigungen nicht verlieren.

Ein zentrales Thema des Gesprächs sind die Dienstleistungen, die Robert aufbaut, um spezifische Schulungen und Beratungen anzubieten. Dabei hebt er hervor, dass es oft nicht nur um das bloße Wissen geht, sondern darum, den Unternehmen individuelle Lösungen zu bieten, die ihren spezifischen Anforderungen gerecht werden. Er hat erkannt, dass viele kleinere Firmen oft Schwierigkeiten haben, die rechtlichen Anforderungen zu erfüllen, und hat darauf basierend einen umfassenden Service entwickelt, der nicht nur Training, sondern auch praktische Unterstützung durch Workshops und die Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen umfasst.

Wir diskutieren die Bedeutung der kontinuierlichen Begleitung der Unternehmen, die Robert anbietet, um sicherzustellen, dass sie nicht nur einmalig die Genehmigungen erhalten, sondern dass diese auch langfristig aufrechterhalten werden können. Robert bringt an, dass es entscheidend ist, eine beauftragte Person zu benennen, die in der Lage ist, die Kommunikation mit dem Luftfahrtbundesamt zu führen und die Anforderungen zu erfüllen.

Besonders spannend ist Robers Ansatz, als externer Auditor tätig zu werden. Dies ermöglicht es ihm, einen objektiven Blick auf die Abläufe der Unternehmen zu bekommen und frühzeitig Probleme zu identifizieren, bevor diese zu schwerwiegenden Belastungen werden. Robert beschreibt, wie er als Mentor auftritt, um den Firmen zu helfen, ein luftrechtlich konformes Umfeld zu schaffen und den Kunden somit eine Art Eingeschränkte „Versicherung“ bietet, die ihnen hilft, Geschäftsrisiken zu minimieren.

Zusätzlich teilt Robert seine Erfahrungen aus dem Productized Service Workshop, der ihm half, seine Dienstleistungen zu strukturieren und effizienter zu gestalten. Durch diesen Workshop konnte er nicht nur seine eigenen Arbeitsabläufe optimieren, sondern auch den Nutzen für seine Kunden erheblich steigern. Er betont die Wichtigkeit der Fokussierung auf die spezifischen Bedürfnisse seiner Klienten und zeigt auf, wie wichtig der Austausch mit anderen Unternehmern für seinen eigenen Wachstumspfad ist.

Abschließend gibt Robert Tipps für andere Freiberufler, die über den Aufbau eines Productized Service nachdenken. Er ermutigt, sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren und einen klaren Plan für die Spezialisierung zu entwickeln, was viele wertvolle Einblicke in das Business und die Branche offenbart.

Mehr über Robert Richter und seine Dienstleistungen

Was passiert, wenn die HR-Leitung ausfällt? Productized Service Case Study mit Theresa Häcker

Episode 310
07.11.2025

In dieser Episode spreche ich mit Theresa Häcker, einer erfahrenen Executive HR Interim Managerin und Expertin für HR-Führungskräfte. Im Mittelpunkt des Gesprächs stehen die Herausforderungen und Chancen im Bereich Personalwesen sowie die entscheidende Rolle des Recruitings innerhalb von Unternehmen.

Theresa teilt ihre persönliche Reise, die sie von einer klassischen Karriere im Konzern zur Selbstständigkeit führte, und erklärt, wie sie Unternehmen unterstützt, ihre HR-Strategien nachhaltig zu optimieren.

Theresa gibt uns Einblicke in die typischen Herausforderungen, die viele Unternehmen im Recruiting-Prozess haben. Sie stellt fest, dass der Fachkräftemangel oftmals hausgemacht ist und die Probleme an den Prozessen und der Haltung der Beteiligten liegen.

Mit ihrer Expertise hat sie zahlreiche Unternehmen darauf hingewiesen, dass selbst die besten digitalen Systeme nicht ausreichen, wenn die Mitarbeiter die Prozesse nicht mit Leidenschaft unterstützen. Der Mensch steht im Mittelpunkt ihrer Überlegungen, und sie betont die Wichtigkeit einer positiven Unternehmenskultur, um langfristig erfolgreich zu sein.

Ein zentrales Thema in der Diskussion ist der neue Ansatz, den Theresa mit ihrem Productized Service verfolgt. Dieser Ansatz zielt darauf ab, Unternehmen nicht nur kurzfristig zu helfen, sondern dauerhafte Lösungen im Recruiting-Prozess zu etablieren. Sie erläutert, wie sie mithilfe eines strukturierten Checks innerhalb von vier Wochen die Stärken und Schwächen der bestehenden HR-Strukturen evaluiert und praxisnahe Empfehlungen für Verbesserungen abgibt.

Theresa hat ihr Angebot spezifisch auf junge Führungskräfte im HR-Bereich zugeschnitten, insbesondere auf Frauen, die gerade in Führungspositionen aufsteigen. Sie erkennt die Drucksituation dieser Führungskräfte an, die oft zwischen den Anforderungen der Geschäftsleitung und den Bedürfnissen ihres Teams balancieren müssen. Durch ihre Begleitung als Mentorin möchte sie diesen Führungskräften helfen, sich in ihrer Rolle sicher zu fühlen und die richtigen Maßnahmen zur Verbesserung des Recruitings und der Teamdynamik umzusetzen.

Darüber hinaus reflektiert Theresa über ihre Erlebnisse in einem Workshop, in dem sie an der Entwicklung ihres Productized Service gearbeitet hat. Sie äußert sich begeistert über die Struktur und die Dynamik des Workshops, die es ihr ermöglicht haben, ihre Ideen zu konkretisieren und eine klare Richtung für ihr Angebot zu finden. Sie ermutigt andere Freiberufler, sich ebenfalls auf den Weg zu machen und ihre Productized Services zu entwickeln, denn es gibt immer Raum für neue Ansätze und Perspektiven im Markt.

Im Schlusswort betont Theresa, dass der Menschenfokus in der HR-Arbeit nicht vernachlässigt werden sollte. Die Kombination aus technischen Prozessen und menschlichem Verständnis ist der Schlüssel zu langfristigem Erfolg im Personalwesen. Ihre Botschaft ist klar: Nur wenn beide Aspekte zusammengeführt werden, können Unternehmen wirklich wachsen und sich im Wettbewerb behaupten.

GmbH-Gründung für internationale Mandanten – Productized Service Case Study mit Steuerberater Philipp Penkatzki

Episode 308
28.10.2025

In dieser Episode des Podcasts spreche ich mit Philipp Penkatzki, einem innovativen Steuerberater, der gerade eine Kanzlei in Essen übernommen hat und sich auf internationale Mandanten spezialisiert.

Philipp teilt seine unternehmerische Reise, die bereits in seiner Jugend begann, als er erste Schritte in die Selbstständigkeit wagte, indem er Tennisunterricht gab. Nach seiner Ausbildung zum Steuerberater und einer Tätigkeit bei EY entschloss er sich, einer klassischen Konzernkarriere den Rücken zu kehren, um seiner Vision einer nachhaltigeren und effektiveren Steuerberatung nachzugehen.

Eine zentrale Thematik, die wir in der Episode behandeln, ist das Value Pricing, das Philipp als wesentlichen Bestandteil seiner Dienstleistung betrachtet. Er beschreibt, wie ein Buch von Ron Baker über die Implementierung von Value Pricing seinen Horizont bezüglich der Preisgestaltung revolutionierte. Anstatt seine Dienste stundenbasiert abzurechnen, möchte er den Wert, den seine Arbeit für die Mandanten schafft, in den Vordergrund stellen. Philipp argumentiert, dass dieses Modell nicht nur für ihn als Steuerberater vorteilhaft ist, sondern auch den Mandanten ein Gefühl von Sicherheit und Wertschätzung für die bezahlten Leistungen gibt.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den wir ansprechen, ist die Entwicklung eines Productized Service. Philipp erläutert, wie er mithilfe von strukturierten Prozessen internationalen Unternehmen helfen möchte, in Deutschland zu expandieren. Dieser Service umfasst alles von der Beratung über die richtige Rechtsform bis hin zur Gründung der GmbH, was den aufwendigen bürokratischen Weg erheblich erleichtert. Philipp hebt hervor, dass durch diesen Ansatz die Geschwindigkeit und Effizienz erheblich gesteigert werden, was für ausländische Unternehmer, die neu in Deutschland sind, von unschätzbarem Wert ist.

In der Episode werden außerdem Aha-Momente aus einem Workshop besprochen, in dem Philipp und sein Team gelernt haben, ihre Dienstleistungen präzise zu strukturieren und den Wert für ihre Mandanten klar zu kommunizieren. Dies ermöglicht es ihnen, sich von anderen Steuerberaterkanzleien abzuheben und einen signifikanten Mehrwert für ihre Zielgruppe zu schaffen. Philipp betont die Bedeutung von Klarheit und Verfügbarkeit in der Kommunikation, um Vertrauensverhältnisse mit Mandanten herzustellen und die Unsicherheiten, die oft mit Dienstleistungen im Steuersektor einhergehen, zu beseitigen.

Zusammenfassend betrachtet Philipp, dass die Nutzung von Value Pricing und die Strukturierung von Dienstleistungen als Produkt eine vielversprechende Zukunft für Steuerberater darstellen. Er ermutigt Freiberufler, sich mit diesen Konzepten auseinanderzusetzen, um ihre eigenen Dienstleistungen effizienter und attraktiver zu gestalten.

Wie Schweizer Pensionskassen erfolgreich Cyberaudits bestehen – Productized Service Case Study mit Dipl.-Inf. Christian Ganglmair

Episode 307
23.10.2025

In dieser Episode des Podcasts spreche ich mit Christian Ganglmair, einem freiberuflichen Unternehmer aus der Schweiz, der sich auf die Bereiche Pensionskassen und kleine bis mittelständische Unternehmen (KMUs) spezialisiert hat. Christian erklärt, wie er nach mehreren Jahren in der IT-Branche im Jahr 2019 den Schritt in die Selbstständigkeit wagte und dabei seine Nische fand. Wir beleuchten, wie er seinen vielfältigen Erfahrungshorizont in der IT nutzt und gleichzeitig eine klare Fokussierung auf Informationssicherheit und die Bedürfnisse kleiner Unternehmen etabliert hat.

Ein zentrales Thema unseres Gesprächs ist Christians Ansatz, von einem traditionellen Zeit-gegen-Geld-Modell zu einem produktisierten Service-Modell überzugehen. Christian veranschaulicht, wie er durch die Entwicklung eines „Standortbestimmung Unternehmensverständnis“ Services sowohl seinen Kunden Mehrwert bietet als auch seine eigene Effizienz steigert. Dieser Service ermöglicht es den Kunden, eine klare Übersicht über ihre IT-Sicherheit zu erhalten, ohne dabei für jede Stunde Arbeit zahlen zu müssen. Dies führt zu einer klaren Kosten-Nutzen-Rechnung und einem besseren Verständnis der Ergebnisse, die sie erzielen können.

Wir diskutieren darüber hinaus, wie Christian zwei aufeinander aufbauende Productized Services kreiert hat, die speziell auf die Bedürfnisse von Pensionskassen zugeschnitten sind. Der erste Service hilft diesen Unternehmen, auditfähig zu werden, indem er sie nach den Standards der ISO 27001 zertifiziert. Der zweite Service fungiert als langfristige Begleitung, die sicherstellt, dass die Standards auch nach der Zertifizierung aufrechterhalten werden. Dabei geht es nicht nur um Compliance, sondern auch darum, den Kunden eine Art Wartungsvertrag zu bieten, der ihre Sicherheit gewährleistet und sie proaktiv unterstützt.

Christian teilt auch Aha-Momente aus einem Zweitages-Workshop, den wir gemeinsam durchgeführt haben, in dem wir seine Ideen konkretisiert und visuell dargestellt haben. Diese Methode half ihm, komplexe Abläufe übersichtlicher zu gestalten und die relevanten Punkte klar zu erkennen. Wir reflektieren auch über die Vorteile der Kombination eines strukturierten Programms mit intensiver individueller Unterstützung und die Bedeutung des kontinuierlichen Austauschs.

Abschließend gebe ich Christian die Möglichkeit, wertvolle Tipps für andere Freiberufler zu teilen, die über die Einführung eines productisierten Service nachdenken. Er betont die Wichtigkeit, vom Kunden her zu denken, sowie die Notwendigkeit, das eigene Geschäftsmodell so zu gestalten, dass es sowohl den eigenen Lebensstil als auch die Kundenbedürfnisse unterstützt. Die Kombination aus Spaß an der Arbeit und der finanziellen Freiheit, die das Selbstständige mit sich bringt, steht für ihn im Vordergrund.

Diese Episode bietet einen tiefen Einblick in die Herausforderungen und Chancen, die mit der Selbstständigkeit im IT-Sektor verbunden sind, und zeigt konkrete Ansätze, wie man als Freiberufler erfolgreich werden kann.

Brandschutz as a Service – Productized Service Case Study mit Dipl.-Ing. Bernd Steinhofer

Episode 305
05.06.2025

Wie du als Ingenieurbüro aus der Dienstleistungsfalle kommst – mit Bernd Steinhofer

In dieser Episode meines Podcasts hatte ich das große Vergnügen, mit Bernd Steinhofer zu sprechen – einem Unternehmer, der nicht nur mit seinem Ingenieurbüro beeindruckt, sondern auch gezeigt hat, wie man einen klassischen Fachbereich wie Brandschutz vollständig transformieren kann.

Jetzt reinhören in die Episode und erfahren, wie aus individueller Bauplanung ein skalierbarer, wertbasierter Productized Service wird.

Vom Bauingenieur zum Unternehmer mit Beratungsanspruch

Bernd Steinhofer ist Gründer und Geschäftsführer der Steinhofer Ingenieure GmbH – einem Unternehmen mit über 35 Mitarbeitenden an zwei Standorten. Ursprünglich aus der klassischen Bauplanung kommend, hat er sich mit seinem Team über die Jahre konsequent auf das Thema Brandschutz spezialisiert.

Was als klassische Ingenieurdienstleistung begann, hat Bernd über die letzten Jahre strategisch in eine produktisierte Beratung weiterentwickelt – mit dem Ziel, Geschäftsführer und Betriebsleiter nicht nur rechtlich abzusichern, sondern ihnen echte unternehmerische Entlastung zu bieten.

Die Entstehung der 360-Grad-Analyse

Kernstück dieser Transformation ist die 360-Grad-Analyse im Brandschutz: ein Productized Service, der strukturiert analysiert, wo Unternehmen brandschutztechnisch stehen – mit Fokus auf Risikominimierung, Versicherbarkeit und rechtliche Sicherheit.

Statt sich wie üblich durch chaotische Einzelmaßnahmen zu hangeln, ermöglicht dieses Produkt eine klare Priorisierung: Was sind die „Low Hanging Fruits“? Was ist kritisch? Was kann später erfolgen?

Was viele Unternehmen unterschätzen: Ein vermeintlich kleiner Verstoß im Brandschutz kann im Schadensfall Millionen kosten – und nicht selten die gesamte Existenz gefährden.

Vom Worst Case zum echten Kundennutzen

Im Gespräch schildert Bernd eindrücklich, wie ein realer Hallenbrand im örtlichen Industriegebiet zum Weckruf wurde – mit zerstörten Gebäuden, gefährdeten Existenzen und vermutlich millionenschwerem Schaden. Genau hier greift sein Productized Service wie ein „Sicherheitsnetz“: rechtzeitig, vorausschauend und systematisiert.

Sein Ziel: Geschäftsführer sollen nachts wieder ruhig schlafen können – weil sie wissen, dass sie rechtlich sauber, organisatorisch sicher und operativ gut aufgestellt sind.

Raus aus der Zeit-Gegen-Geld-Falle

Ein zentraler Punkt im Gespräch war auch die Frage: Wie kommt man als Unternehmen aus dem reinen Zeit-gegen-Geld-Modell?

Für Bernd war klar: Seine jahrzehntelange Erfahrung, die er in wenigen Minuten auf den Punkt bringen kann, ist für Kunden oft weit mehr wert als der Stundensatz eines Bauingenieurs. Durch den Productized Service gelingt es ihm, diesen Wert greifbar zu machen – als strukturiertes, reproduzierbares Angebot mit klarem Nutzenversprechen.

Skalierung trotz Fachkräftemangel

Ein weiteres spannendes Thema: Skalierung trotz Mangel an Fachkräften. Statt alles auf wenige Experten zu konzentrieren, hat Bernd das Produkt so modular aufgebaut, dass auch Teamassistenzen und Quereinsteiger einzelne Prozessschritte übernehmen können.

Dank eines internen „Sternekoch-Rezepts“ – also klar definierter Abläufe – lässt sich der Service nicht nur reproduzierbar umsetzen, sondern auch teamübergreifend delegieren. So bleibt das Unternehmen lieferfähig, auch wenn Fachpersonal knapp ist.

Ein Blick über den Tellerrand

Einer der schönsten Aha-Momente entstand im Workshop selbst: Während der Gruppenarbeit stellte ein Steuerberater aus Wien fest, dass die Methodik von Bernds Productized Service auch auf seine Branche übertragbar wäre. Genau das macht das Format so kraftvoll: Es ist branchenübergreifend anwendbar und gibt Dienstleistern einen Rahmen, ihre Expertise endlich wertbasiert und wirksam zu verpacken.

Fazit: Die Zukunft liegt in der Produktisierung von Expertise

Bernd Steinhofer ist ein Paradebeispiel dafür, wie man sich als gestandener Unternehmer neu erfinden kann – ohne seine Wurzeln zu kappen, aber mit klarem Blick nach vorn. Sein Weg zeigt: Wer bereit ist, alte Pfade zu verlassen, systematisch zu denken und Kundennutzen in den Mittelpunkt zu stellen, kann nicht nur erfolgreicher, sondern auch erfüllter arbeiten.

Wenn du selbst überlegst, deine Dienstleistung zu produktisieren und aus dem Hamsterrad der Einzelaufträge auszusteigen, dann schau dir mein Buch Productized Services an. Es zeigt dir Schritt für Schritt, wie du aus deiner Expertise ein skalierbares Produkt machst.

Kontakt zu Bernd Steinhofer

www.steinhofer-ingenieure.com
Bernd auf LinkedIn

Der LinkedIn Sprint – Productized Service Case Study mit Ute Blindert

Episode 303
25.05.2025

In dieser Episode spreche ich mit Ute Blindert, LinkedIn-Expertin und Beraterin für strategisches Netzwerken im B2B-Bereich. Ute gibt tiefe Einblicke in ihren Weg vom Hochschulmarketing zur selbstständigen Unternehmerin – und wie sie heute kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) dabei unterstützt, LinkedIn gezielt für die Kundengewinnung zu nutzen.

Wir sprechen darüber:

  • Wie Ute den Schritt in die Selbstständigkeit wagte – und warum
  • Welche Rolle strategisches Netzwerken für ihre Positionierung spielte
  • Warum LinkedIn für B2B-Unternehmen so viel Potenzial bietet
  • Wie der LinkedIn-Sprint funktioniert: ein strukturierter Prozess für mehr Sichtbarkeit und Kundenkontakt
  • Warum Redaktionsplanung und klare Content-Strukturen essenziell sind
  • Wie Ute mit einer „Frage-Flatrate“ Vertrauen und Support für ihre Kunden schafft
  • Welche Aha-Momente sie in der Productized Service Mastermind hatte – und was das mit der Weiterentwicklung ihres Angebots zu tun hat

Besonders spannend für alle, die ihre Dienstleistung standardisieren und skalieren möchten – ohne dabei den persönlichen Support zu verlieren.

Für wen ist diese Episode?

  • Selbstständige, Berater:innen, Coaches und Dienstleister im B2B
  • Unternehmer:innen, die LinkedIn strategischer nutzen wollen
  • Alle, die sich mit dem Gedanken tragen, ihr Angebot als Productized Service aufzubauen

Die erfolgreiche Unternehmensnachfolge – Productized Service Case Study mit Benedikt Stentrup

Episode 301
01.04.2025

In dieser Podcast-Folge spreche ich mit Benedikt Stentrup, einem erfahrenen Wirtschaftsingenieur und Geschäftsführer eines großen Handwerksbetriebs.

Benedikt teilt seine tiefen Einblicke in das Thema Unternehmensnachfolge, das sowohl für Seniorunternehmer als auch für potenzielle Nachfolger von großer Bedeutung ist.

Wichtige Punkte der Episode:

  • Benedikts eigene Erfahrungen:
    Benedikt hat selbst ein Familienunternehmen übernommen und weiß daher genau, welche Herausforderungen das mit sich bringt. Er erzählt, wie er vom Bauprojektleiter zum Chef wurde.
  • Emotionale und organisatorische Herausforderungen:
    Wenn ein Unternehmen übergeben wird, geht es nicht nur um Organisation, sondern auch um Gefühle. Benedikt erklärt, wie wichtig es ist, beides zu beachten.
  • Druck auf die ältere Generation:
    Viele Unternehmer der älteren Generation gehen in Rente, und es wird schwieriger, geeignete Nachfolger zu finden. Benedikt spricht darüber, wie man damit umgehen kann.
  • Kommunikation ist wichtig:
    Es ist wichtig, dass sowohl die alte als auch die neue Generation klar sagen, was sie erwarten. Benedikt erklärt, warum das so wichtig ist und wie man das Unternehmen auf die Übergabe vorbereitet.
  • Hilfe von außen und Strategien:
    Benedikt gibt praktische Tipps, wie man sich auf eine reibungslose Übergabe vorbereiten kann. Er betont, dass man sich auch von außen Unterstützung holen sollte.
  • Der Podcast „Nachfolgeschmiede“:
    Benedikt hat einen eigenen Podcast gestartet, um das Thema Unternehmensnachfolge bekannter zu machen. Er möchte Unternehmer ermutigen, sich gut auf die Übergabe vorzubereiten.
  • Neue Dienstleistung und Workshops:
    Benedikt bietet eine neue Dienstleistung an, die Unternehmern hilft, die Unternehmensnachfolge zu planen. In einem Workshop arbeitet er mit ihnen daran, den Übergang sicher zu gestalten.
  • Vernetzung und Unterstützung:
    Benedikt lädt alle ein, die sich mit dem Thema Unternehmensnachfolge beschäftigen, sich mit ihm zu vernetzen. Er bietet an, von seinen Erfahrungen zu lernen und gute Entscheidungen für die Zukunft des eigenen Unternehmens zu treffen.

Hör rein und lass dich inspirieren!

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