Podcasts als Leadmagnet? Auf das Leben #54 mit Maik Pfingsten

Worum geht es?

Heute bin ich mal wieder unterwegs in den Rheinwiesen zwischen Köln und Bonn und machen einen Braindump. Themen sind Podcasting, Investing, erfolgsbasiertes Mentoring, Productized Service und digitale Unabhängigkeit sowie Memberships und Masterminds.

Im Gespräch

Maik Pfingsten

Braindump aus den Rheinwiesen: Masterminds, Value Investing und wie ich meine Firmen digital souverän gemacht habe

Zwei- bis dreimal im Jahr schnappe ich mir das Mikrofon, gehe raus an den Rhein und kippe einfach meine Gedanken rein. Ungeskriptet, frei von der Leber weg. Diesmal war ich in der Siegmündung zwischen Köln und Bonn unterwegs – ein kleines Wäldchen mit angenehme Temperaturen.

Herausgekommen ist eine ganze Reihe von Themen, die mich gerade umtreiben.

Podcasten hat sich verändert – und genau das ist eine Chance

Ich sende seit Februar 2012, diesen Podcast gibt es seit Sommer 2014. Entsprechend interessiert mich alles rund ums Podcasten seit Jahren. Deshalb war ich auch Ende Juni auf dem Podcamp NRW.

Die große Überschrift, die ich mitgenommen habe: Podcasten ist heute ein anderes Spiel als 2012. Damals hatten wir nichts. Keine Aufzeichnungssoftware, keine Publishing-Plattform. Man hat seinen RSS-Feed selbst zusammengeklöppelt und gehofft, dass das Audio nicht allzu schlimm klingt. Ich hatte mal beide meiner Podcasts gleichzeitig in den iTunes-Top-Ten. Das ist lange her.

Heute weiß jeder, was ein Podcast ist. Verlage, Medienhäuser und Profis sind mit tollen Formaten aufgesprungen – und wir alle sind zu Indie-Podcastern in der Nische geworden. Das heißt auch: Die Download-Zahlen von früher sehen wir nicht mehr.

Für mich ist das kein Grund zu jammern, sondern der Grund, warum Podcasten gerade so wertvoll ist. Denn Audio ist das Medium, das langfristig am meisten Vertrauen aufbaut – und das am wenigsten durch KI zu manipulieren ist.

Das Gehör ist eins unserer ältesten Sinnesorgane, zusammen mit dem Riechen. Und es ist unfassbar genau. Du kennst das: Klassentreffen, du siehst die Leute noch gar nicht, hörst nur die Stimmen – und weißt sofort, wer da ist. Genau deshalb scheitern KI-generierte Podcasts kläglich. Mir wurde von einer Podcasterin berichtet, die ihren Podcast komplett über KI generiert hat und massiv Hörer verloren hat. Wir Menschen bekommen sehr schnell das Gespür: Das könnte KI sein.

Kurz gesagt: Für uns B2B-Indie-Podcaster in der Nische ist da noch richtig viel rauszuholen.

Die Business Podcast Mastermind

Auf dem Podcamp ist ein Gedanke entstanden. Wir Indie-Podcaster im B2B haben alle die gleichen Herausforderungen – gerade, wenn wir schon länger senden:

  • Wie nutzen wir KI und Automatisierung in Pre- und Post-Production?
  • Wie werden wir sichtbarer, gerade durch Netzwerken untereinander?
  • Wie bringen wir Themen voran, die uns wichtig sind?
  • Und der Klassiker: Wie bleiben wir dran und senden regelmäßig?

Wir sind ja keine Laber-Podcasts. Wir sind Expertinnen und Experten, die ihr Wissen teilen und eine Community aufbauen. Das ist etwas völlig anderes.

Deshalb schiebe ich jetzt die Business Podcast Mastermind an. Die Idee: eine Gruppe Gleichgesinnter, die versteht, wie anders B2B-Indie-Podcasts ticken, und die Bock hat, sich gegenseitig erfolgreich zu machen.

Wie so eine Mastermind bei mir aussieht:

  • Regelmäßige Mastermind-Calls, die ich organisiere und moderiere, sodass jeder drankommt.
  • Umsetzungssprints – gerade beim Thema Automatisierung und KI steckt riesiges Potenzial.
  • Zweimal im Jahr physische Treffen – bei mir in der alten Wache, meinem Headquarter mit den großen 4-Meter-Whiteboards, oder woanders in der Republik.

Die ersten positiven Rückmeldungen habe ich schon. Wenn dich das anspricht: Sag Bescheid.

Value Investing: das eigentlich unterschätzte Handwerk

Ein Thema, bei dem mich die Hörer überrascht haben. Ich hatte in den letzten Episoden immer mal nebenbei erwähnt, dass ich mir im Frühjahr 2023 ein „Warren Buffett GPT“ gebaut habe – ich stecke zehn Bilanzen des Unternehmen rein, das ich analysiere, und befrage sie. Schon damals cool.

Daraufhin kamen Fragen: Was ist dieses Value Investing eigentlich? Also habe ich eine Aufzeichnung aus der Productized-Service-Mastermind von 2020 genommen und hinten ein Recap drangesetzt – sechs Jahre später – und erklärt, wie ich Value Investing mit Aktien mache. Die Episode hat richtig Feedback gebracht.

Das Spannende: Was ich am Value Investing eigentlich fast noch faszinierender finde als das Investieren selbst, ist zu verstehen, wie erfolgreiche Unternehmen ihre Geschäftsmodelle bauen.

Eine echte Unternehmerausbildung gibt es ja nicht. Für mich war das Value Investing, das ich von meinen Mentoren gelernt habe, genau das. Weil ich Dinge verstanden habe wie den Burggraben – ein Begriff von Charlie Munger und Warren Buffett. Gute Firmen bauen sich einen Burggraben ins Geschäftsmodell, um sich in stürmischen Zeiten und hartem Wettbewerb absetzen zu können. Genau deshalb baue ich auch beim Productized Service ganz bewusst immer einen Burggraben ein.

Die Value Investing Mastermind

Auch hier gibt es die Gruppe im Grunde schon seit Jahren – nur lose, mit wechselnder Besetzung. Wir haben uns eine Branche vorgenommen oder ein Unternehmen ausgesucht, jeder hat sich ins stille Kämmerlein zurückgezogen, es analysiert, und beim nächsten Call haben wir die Ergebnisse übereinandergelegt: Wo sehen wir es gleich? Wo weichen wir voneinander ab, obwohl wir es nicht erwartet hätten?

Das gibt unfassbar viel Sicherheit und schärft das Handwerk.

Diese lose Gruppe baue ich jetzt zu einer richtig organisierten, strukturierten Value Investing Mastermind aus, um die ich mich komplett kümmere:

  • Regelmäßige Calls, etwa alle drei Wochen – wir nehmen uns entweder eine Branche oder ein Unternehmen vor.
  • Physische Treffen – und hier kommt mein Lieblingselement dazu: Beim gemeinsamen Treffen spielen wir das Cashflow-Spiel. Das habe ich in den letzten zwei Jahren immer mal wieder über LinkedIn angestoßen, und es findet sich zuverlässig eine Runde. Jedes Mal ist es anders, jedes Mal lernst du dazu. Das letzte Mal haben wir fast sechs Stunden gespielt – und gefühlt zwei Stunden mehr über echte unternehmerische Themen gequatscht als tatsächlich gespielt. Genau das ist das Gold.

Die ersten haben schon die Hand gehoben. Wenn du Bock hast: Melde dich.

Erfolgsbasiertes Mentoring

Investieren in Unternehmen finde ich seit Ewigkeiten spannend. 2007/2008 habe ich als Arbeitskreisleiter Unternehmertum eine Abiturgruppe im Bundesgründerwettbewerb begleitet – sie wurden NRW-weit Dritte, es gab sogar einen Besuch beim Ministerpräsidenten. Schon damals hat es in den Fingern gekribbelt.

Aber: Ich habe in meinem unternehmerischen Leben auch eine Bruchlandung hingelegt. Ich hatte eine GmbH & Co. KG mitgegründet, ein Ingenieurbüro mit 15 Mitarbeitern und drei Mitgesellschaftern. 2008 kamen wir mit einem blauen Auge durch die Krise – und dann gab es auf der Werte-Ebene einen Krach unter den Gesellschaftern. Als einer von mir verlangte, ich solle meine Vaterrolle für anderthalb Jahre abgeben, um noch mehr Zeit für die Firma zu haben – vier Wochen, nachdem wir vom zweiten Kind erfahren hatten – bin ich ausgestiegen.

Aus dieser Zeit habe ich mir zwei eiserne Regeln fürs Leben mitgenommen:

  1. Keine Schulden. Bei niemandem, schon gar nicht bei Banken. Ich habe live erlebt: Wenn die Sonne scheint, geben sie dir den Regenschirm – und wenn es regnet, ziehen sie ihn wieder weg.
  2. Ich investiere nicht mit Geld. Jeder ist selbst verantwortlich für seinen Kühlschrank. Diese Diskussionen mit Mitgesellschaftern brauche ich nicht noch einmal.

Regel zwei hat mich jahrelang von einer Sache abgehalten, auf die ich eigentlich richtig Bock habe. Bis einer meiner Mentoren, ein australischer Online-Unternehmer, erzählte, dass er dasselbe Problem hatte – und einen Weg gefunden hat: erfolgsbasiert investieren, ohne Geld anzulegen. Mit Zeit, Erfahrung, Wissen und Netzwerk.

Ich habe sein Modell ans deutsche Wirtschaftsrecht angepasst (Australien ist als ehemalige britische Kolonie glücklicherweise sehr ähnlich aufgestellt).

Ich begleite Freiberufler dabei, aus ihrer Dienstleistung einen Productized Service zu machen und ihn richtig ans Fliegen zu bringen – und werde am Erfolg beteiligt. Und zwar auf Basis des Nettoumsatzes, nicht des Gewinns. Warum?

  • Nettoumsatz ist der Faktor, den man am wenigsten manipulieren kann. Wer daran herumschraubt, hat schnell eine ziemliche Instanz neben sich stehen: das Finanzamt.
  • Beim Gewinn dagegen landet man in der klassischen Mitgesellschafter-Diskussion: „Das ist eigentlich mein Geld, das du gerade für den Audi A6 ausgibst.“ Genau das will ich nicht.

Die Konstruktion: Dein bisheriger Umsatz ist dein Erfolg, damit habe ich nichts zu tun. Nur an dem zusätzlichen Umsatz, den wir gemeinsam erwirtschaften, bekomme ich einen Erfolgsanteil. Wenn es nicht funktioniert, bleibst du bei deinem alten Umsatz – das Risiko trage ich. Wir können beide nur gewinnen.

Aktuell habe ich acht Leute unter Vertrag, insgesamt zwölf Verträge geschlossen – und ein paar auch wieder beendet. Auch das ist Lernkurve: den Filter nachschärfen, wer die Richtigen sind. Es hat unfassbar viele Ähnlichkeiten mit Value Investing. Ich gehe im Grunde eine Wette auf deinen Erfolg ein.

Wenn dich das Thema interessiert: Ab und an nehme ich jemanden dazu. Sprich mich an.

KI im Geschäftsmodell

Productized Service ist mein Lieblingssport, das wisst ihr. Was mich gerade richtig fasziniert: KI im Geschäftsmodell und in den Leistungen selbst.

Sei mir nicht böse, wenn du im Marketing unterwegs bist – aber KI im Marketing finde ich persönlich eher langweilig. Klar, ich nutze KI im Online-Marketing für Recherche oder mal DeepL für die Formulierung. Aber viel spannender ist die Frage: Was ist im Geschäftsmodell jetzt möglich?

Ein Beispiel: Ich habe mir Björn geschnappt, den Ingenieur, der mein altes Business gekauft hat, und mich mit ihm hingesetzt: Wie können wir in „Lastenheft in zwei Wochen“ heute KI einsetzen? Wir haben ein kleines Jugend-forscht-Projekt aufgesetzt – und mittlerweile kommen seine Kunden von sich aus auf ihn zu: „Herr Schorre, KI und so, können wir mal reden?“

Genau das machen wir auch in der Productized-Service-Mastermind im Zwei-Tages-Format. Zweimal zwei Wochen vorher gehen wir online eins zu eins durch: Wo ist der Rohdiamant, wo sehe ich Potenzial? Dann zwei Tage bei mir vor Ort mit dem Systematisieren – das Ganze kommt aus dem Kopf, das „Sternekochrezept“ entsteht am 4-Meter-Whiteboard voller Post-its. Und dann gehen wir jede einzelne Tätigkeit durch:

  • Was kann ich automatisieren?
  • Wo kann ich einen KI-Agenten einsetzen?
  • Und wo macht zwingend ein Mensch Sinn?

Wir Freiberufler und Solopreneure sind hier klar im Vorteil. Mit unseren kleinen, flexiblen U-Booten bauen wir neue Technologie viel schneller ins Geschäftsmodell ein als ein Konzerntanker. Für uns sind gerade goldene Zeiten.

Events: klein, fein und handverlesen

Das KI-Camp hatte ich als Barcamp geplant. Es sind weniger Tickets weggegangen als erhofft – vielleicht, weil ich es unglücklich in den Ferienstart gelegt habe, vielleicht, weil das Thema KI gerade völlig overloaded ist. Also haben Bernd und ich es kurzerhand zu mir ins Büro verlegt: ein Sessionraum, meine sieben Leute, ein richtig cooler Tag. Bunte Mischung – vom Familienbetrieb in der Metallverarbeitung über eine Anwaltskanzlei bis zum Online-Marketer. Der Austausch war auf einer ganz anderen Ebene als im großen Format. Nur das Gruppenfoto haben wir vergessen. Ich überlege, das Format so wieder anzuschieben – klein und handverlesen.

KI & Datenschutz habe ich mit Christiane als Halbtags-Workshop in Köln gemacht. Sie gibt als DSGVO-Expertin und Rechtsanwältin den rechtlichen Input, ich leite die Teilnehmer an, einen Workflow zu visualisieren und zu schauen, wo KI und Automatisierung ansetzen können – und Christiane springt genau da rein, wo es knifflig werden könnte. Hat richtig Spaß gemacht.

Das Freiberuflercamp gibt es seit elf Jahren, die zwölfte Ausgabe steht an: 19. November 2026. Zwei Neuerungen:

  • Ich probiere einen Sechs-Monats-Rhythmus statt zwölf Monate aus. Wer sagt, das ist mir zu oft, kommt einfach jedes zweite Mal. Mai und November sind gute Zeiträume – konferenz- und messetechnisch nicht so belagert.
  • Aus zwei Tagen wird: Mittwochabend Get-Together bei mir im Büro (Kaltgetränke, Pizza, lockerer Austausch, meist um die 25 Leute), Donnerstag Barcamp, Freitag ein Sprint-Workshop-Day aus den Masterminds für alle, die auf beides Bock haben.

Aktuell sind wir bei 12, 13 Anmeldungen, die Early-Bird-Tickets gibt es noch: freiberufler.camp

Digitale Souveränität

Und dann bin ich in etwas hineingestolpert, das ich richtig faszinierend finde: Ich habe beide Firmen komplett digital souverän aufgestellt. Keine US-Tools mehr, alles aus Europa. Ungeplant, innerhalb von neun Monaten.

Angefangen hat es mit Dropbox, das ich so nicht mehr wollte. Für 5 Euro im Monat habe ich mir eine managed Nextcloud bei Hetzner geklickt – eigentlich als Dropbox-Ersatz. Dann habe ich festgestellt: Nextcloud ist viel mehr. Von den Möglichkeiten her vergleichbar mit Microsoft 365. Stand heute ersetzt es bei mir Trello, mein Whiteboard-Tool, meinen Kalender (weg von Google), die Automatisierung, dazu OnlyOffice als komplette Office-Umgebung, die sich anfühlt wie Microsoft Office und alle Dateien frisst.

Microsoft 365 habe ich im Dezember abgeschossen – ausgerechnet an dem Morgen, an dem sie massiv die Preise erhöht haben. Ich lebe jetzt auf meinem eigenen Land, in Europa.

Der Rest der Reise, für dich als Fundgrube europäischer Alternativen:

  • KI: Langdock und Mistral – extrem zufrieden.
  • Social-Media-Planung: Metricool (Spanien) statt Hootsuite – besser und günstiger, gibt es seit zehn Jahren.
  • Webinare: Webinargeeks aus Rotterdam – anderthalb Stunden von Köln, kostet weniger, kann mehr. GoTo-Webinar und Zoom-Webinar wurden mit jedem Release schlechter.
  • Newsletter: GetResponse aus Polen, nutze ich schon seit 14 Jahren.
  • Online-Meetings: Hier suche ich noch die richtige Zoom-Alternative. Whereby (Norwegen) und Digital Samba (Spanien) schaue ich mir an. Wichtig ist mir eine echte Desktop-App – die kann anders auf Mikrofon und Lautsprecher zugreifen als eine reine Browser-Lösung, und ich habe zu oft erlebt, wie im Browser mal das Mikrofon, mal der Lautsprecher nicht wollte.

Der Nebeneffekt: Ich habe meine Tool-Kosten um 80 Prozent gesenkt.

Meine Erkenntnis daraus: Wir haben in Europa die gleichen Lösungen – teilweise besser und günstiger. Der Unterschied ist, dass die Amerikaner unfassbar gut in der Selbstvermarktung sind. Dadurch denken wir, sie wären die Einzigen am Markt. Überhaupt nicht. Die Lösungen sind alle schon da. Wir müssen sie nur nutzen.

Und wichtig: Wenn jemand meint, mal eben eine KI abschalten zu müssen, können ganze Geschäftsmodelle zerbrechen. Deshalb baue ich, wo es geht, auf eigenem Land – so mache ich das eigentlich, seit ich 2010 das Internet bevölkere.


In diesem Sinne: Auf das Leben!

Wenn dich eins dieser Themen anspringt: Business Podcast Mastermind, Value Investing Mastermind oder das erfolgsbasiertes Mentoring dann meld dich einfach. Das Internet kennt mich.